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19 | 07 | 2018

Denis, wie lange bist du schon Schiedsrichter?
Seit 2012, also seit 3½ Jahren.
Wie bist du dazu gekommen?
Ich hatte mich beim Fußball schwer am Kopf verletzt, fiel ein halbes Jahr aus, auch mit Reha und so. Und als ich es dann wieder versuchte, da verletzte ich mich schon wieder.
Dann also Schiedsrichter ...
Ja, ganz ohne Fußball geht’s nicht.
Kannst du dich an dein erstes Spiel nach der Prüfung erinnern?
Ja, klar, das war gleich ein Testspiel der Herren von Altenlingen II. Der Schiri war nicht gekommen und ich wurde spontan gefragt.
Und hat alles geklappt?
Ich hab’ natürlich einige Fehler gemacht, aber eigentlich ja. Die wussten auch nur, dass es mein erstes Senioren-Spiel war, aber nicht, dass ich vorher noch nie gepfiffen hatte.
Und inzwischen ist deine Karriere ja ganz schön ins Rollen gekommen. Wie kommt so etwas eigentlich?
Die vom Kreisschiedsrichterausschuss sehen, wenn man engagiert ist. Ich hatte z. B. in der letzten Saison über 70 Spiele. Es hat auch manchmal einer vom KSA zugeguckt. Und dann Lehrgänge, Tests, aber es geht auch ums Laufen: Sprint und Langstrecke.
Andere Frage: Wie ist das mit den erwachsenen Spielern und Zuschauern bei einem so jungen Schiedsrichter?
Manche Spieler denken, dass sie sich alles erlauben können. Deshalb pfeift man gerade am Anfang eher etwas „strenger“, dann gibt’s keine Probleme. Ärger hatte ich so gut wie noch gar nicht.
Und deine erste rote Karte?
Das war erst Anfang dieser Saison, Union Meppen gegen SV Langen. Wegen Beleidigung, aber nicht mich, sondern den Gegenspieler. Es war nur besonders „krass“, weil sehr viele Zuschauer und sogar das Fernsehen, also ev1.tv dabei waren.
Wie hoch pfeifst du inzwischen?
In der Herren-Kreisliga. An der Linie bin ich in der Landesliga mit dabei.
Und wohin soll es noch gehen?
Also, in dieser Saison will ich noch in die Herren-Bezirksliga aufsteigen. Ab da gibt’s dann dreimal pro Halbserie offizielle Beobachtungen. Das heißt, nach dem Spiel wird so eine Art „Zeugnis“ mit Punkten über die Leistung des Schiedsrichters erstellt.
Was verdient man eigentlich als Schiri?
Das ist ganz gut: In einem Herrenspiel gibt es z. B. 20 € Spesen plus 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer.
Und dein bestes oder schönstes Erlebnis?
Das war mal in einem Austauschprogramm. Ich war bei einem Spiel in Holland mit an der Linie, das war sehr interessant. Oder auch ein Relegationsspiel vor knapp 1000 Zuschauern vor zwei Jahren, wo ich auch an der Linie war.
Jetzt sag uns noch bitte, was die Tätigkeit als Fußball-Schiedsrichter für dich ausmacht.
Es stärkt einen. Früher war ich schüchtern, heute habe ich keine Angst mehr, auf Leute zuzugehen. Vor allem aber macht es viel Spaß.
Vielen Dank.

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