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22 | 09 | 2018

Maja, wie alt bist du?
17.
Ist das, was du machst, ein Hobby oder mehr?
Ich würde es als Hobby mit gewissen Vorzügen bezeichnen.
Wie viele Stunden am Tag „kostet“ dich das?
Im Schnitt drei Stunden, aber immer wenigstens eine Stunde am Tag. So lange dauert allein schon die alltägliche Stallarbeit. Alles Weitere ist die Zeit fürs Training und Ähnliches.
Wie viele Pferde hast du?
Zwei. Ein Deutsches Reitpony, welches jedoch „nur“  geritten wird, und ein Minishetty.
Aber das zweite Pferd, das Mini-Shetlandpony, ist das „berühmte“ ...?
Ja, wenn man das so sagen will. Gijs ist ein sieben Jahre alter Wallach mit einem Stockmaß von nur 85cm.
Wie sieht deine Arbeit mit ihm aus?
Wie trainieren hauptsächlich Zirzensik und Freiheitsdressur. Beides sind Bereiche der Bodenarbeit. Die Zirzensik beinhaltet z. B., dass er sich auf ein Podest oder eine Wippe stellt, sich hinkniet oder –setzt oder auf seinen Hinterbeinen läuft. Und was die Dressur angeht, die findet ja normalerweise unterm Reiter statt, jedoch mache ich dies alles in etwas abgewandelter Version vom Boden aus. Dabei, aber auch bei den Zirkuslektionen reagiert Gijs auf meine Handzeichen, Körpersprache, Stimmsignale oder die Gerte.
Und woher nimmst du die Ideen für die „Kunststücke“?
Das geschieht oft einfach per Zufall oder per Intuition.
Und niemand hilft dir dabei?
Nein, niemand. Ich persönlich finde es viel besser, sich all das selbst und auf seine eigene Art und Weise zu erarbeiten.
Wie fing die ganze Sache an?
Als ich zehn Jahre alt war, habe ich Gijs, im Alter von 6 Monaten, ohne das Wissen meiner Eltern auf einem niederländischen Pferdemarkt gekauft. Und da ich 2011 verletzungsbedingt für sechs Monate nichts aufs Pferd durfte, ich mich aber dennoch mit Pferden beschäftigen wollte und mir zudem relativ langweilig war, kam mir die Idee. Ich dachte mir, es wäre ja schon cool, wenn mein Pferd z. B. mal steigen würde.  Und so hat sich das dann immer weiter entwickelt.
Ist Gijs schlau?
Ich würde sagen ja. Grundsätzlich versteht er alles ziemlich schnell.
Wie fing es an, vor Publikum aufzutreten?
Das war 2012, bei uns im eigenen Stall. Wir haben erste Tricks gezeigt und es kam gut an. Danach fuhren wir öfter auf Turniere und traten dort als Showact neben dem sportlichen Geschehen auf.
Und die Auftritte wurden häufiger und größer ...?
Ja, wir fahren nicht mehr nur auf Turniere, sondern auch auf Pferdemessen und alle möglichen Veranstaltungen. In diesem Jahr waren wir in vielen verschieden Städten Deutschlands unterwegs.
Was war die bisher größte Veranstaltung?
Vom Geschehen und Umfang her war das die Equitana, das ist die Weltmesse des Reitsports. Die meisten Zuschauer jedoch hatten wir in Kiel auf einem internationalen Springturnier, etwa 7.000.
Und wie oft seid ihr unterwegs?
Etwa 15-20 Wochenenden im Jahr.
Und wer ist dabei?
Mein Vater ist immer dabei. Manchmal aber auch andere Familienmitglieder oder eine Freundin.
Wird das Ganze gut bezahlt?
Ähm, das passt schon.
Stichwort Facebook ...
Ehrlich gesagt, da verbringe ich täglich auch nochmal eine knappe Stunde. Hauptsächlich um Nachrichten zu beantworten. Zurzeit sind es knapp 70, die noch „offen“ sind.
70 Antworten? Also hast du eigene Fans?
Kann man so sagen. Aus meiner Sicht hat eher mein Pferd diese Fans.
Und was hat es mit den millionenfachen Klicks auf sich?
Auf unserer Facebookseite, die 84.000 Likes hat, gibt es ein Video, welches bisher über vier Millionen mal aufgerufen wurde. (Anm. d. Red.: Die Seite ist unbedingt einen Besuch wert!)
Heftig! Und gibt es noch etwas darüber hinaus?
Es wird im nächsten Jahr wohl ein Buch über uns bzw. unsere gemeinsame Arbeit geben.
Sponsoren?
Ja, die haben wir auch.
Bist du eigentlich schon mal interviewt worden?
Eigentlich beinhaltet jede Veranstaltung mindestens ein Interview. Diese sind dann z. B. für verschiedene Zeitschriften, Internetblogs bzw. -seiten oder Zeitungen.
Maja, du bist eine Art Star, oder?
Nein, Quatsch, das bin ich nicht.
Und was willst du einmal werden?
Ich weiß es noch nicht. Aber auf jeden Fall soll mein Hobby auch nur Hobby bleiben.
Vielen Dank!

Fotos: Lia Falinski Photography sowie Crazybee-Photography & Next Generation

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