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13 | 12 | 2018

Aus Anlass seines Titels bei den Weser-Ems-Meisterschaften im Senioren-Mittelgewicht (70-75 kg) führten wir mit ihm zum Ende des letzten Schuljahres ein Interview. Und weil wir uns entschieden, ihn in unsere Reihe „Schüler mbH“ aufzunehmen, setzten wir das Gespräch im Dezember fort, denn seitdem war auch wieder einiges geschehen!

Seit wann boxt du?
Erst seit 2½ Jahren. Früher habe ich Fußball gespielt. Und ich habe Karate gemacht, übrigens in derselben Halle, in der ich jetzt boxe. Aber beides war mir zu langweilig, und es war mir zu wenig Disziplin. Über einen Freund bin ich dann zum Boxen gekommen.
Wie sieht das Training aus?
Von MO bis FR trainiere ich dreimal am Tag. Vor der Schule laufe ich immer knapp 10 km im Wald, nach der Schule mache ich Krafttraining zu Hause, Klimmzüge, Liegestütz, Sit-Ups und so.
Fehlt noch der Abend ...
Ja, ich boxe beim ABC Lingen – da gibt es übrigens ca. 75 Aktive – dreimal die Woche abends. Mittwochs fahre ich nach Gronau, freitags nach Nordhorn. Es ist gut, auch andere Gegner und Boxstile kennenzulernen.
Und am Wochenende finden dann die Kämpfe statt?
Genau, ich habe im Moment so drei bis vier Kämpfe im Monat, ganz unterschiedlich, und immer woanders, meistens in ganz Niedersachsen und noch weiter. An diesen Tagen finden immer ganz viele Kämpfe statt, und wenn ich den Hauptkampf habe, muss ich oft ganz schön lange warten.
Und deine bisherigen Erfolge?
Ich bin Weser-Ems-Meister und habe in Niedersachsen mehrere Turniere gewonnen. 2014 war ich in meiner Altersklasse auch Niedersachsenmeister. Und mein Ziel bei den Landesmeisterschaften in diesem Jahr bei den Senioren ist eigentlich auch nur der Sieg.
Bei Boxern im Fernsehen spricht man oft von ihrer Bilanz. Wie sieht deine aus?
Von 28 Kämpfen habe ich 26 gewonnen, ein Remis und einen verloren. Bei meinem letzten Kampf gab es einen K.O. in der zweiten Runde, aber darauf kommt es eigentlich nicht an.
Worauf kommt es denn an?
Ein K.O. ist nicht wichtig. Anders als im Fernsehen zählt bei uns Amateuren die Technik. Man will einfach zeigen, dass man besser ist, und den Gegner richtig „ausspielen“. Das ist dann wie so ein „Flow“, in den man reinkommt. Und man lernt so viel Disziplin und Respekt, das macht es aus.
Und deinen kleinen Bruder hast du auch schon angesteckt?
Ja, das stimmt. Er ist 12 und boxt seit zwei Jahren. Und der wird mal besser als ich, viel besser.
Letzte Frage: Hast du dich im Privaten auch schon mal richtig gehauen?
Nein, geprügelt habe ich mich noch nie.

Vielen Dank!


 
Hi Albert, was ist seit Sommer geschehen, welche Erfolge hast du errungen, z. B. bei den Landesmeisterschaften, über die wir gesprochen hatten?
Ich bin im Sommer in Braunschweig niedersächsischer Landesmeister bei den Herren geworden.
Wie viele Kämpfe musstest du dafür bestreiten?
Vier Kämpfe, im Finale dann gegen einen Bundesliga-Boxer vom 1. FC Köln.
Herzlichen Glückwunsch! Wie ging es dann weiter?
Im September fand in Moers die Deutsche Meisterschaft statt, meine erste. Dort wurde ich Vierter.
Und was ist höher zu bewerten, die Landesmeisterschaft oder dieser vierte Platz?
Der vierte Platz bei der Deutschen Meisterschaft. Für einen 18-Jährigen ist das schon eine tolle Sache.
Hat sich an deinem Training etwas verändert?
Seit der Landesmeisterschaft bin ich in einem Sportförderkader des Landes. Eine Woche habe ich auch in Gifhorn am Olympiastützpunkt trainiert.
Und beruflich? Wohin hast es dich nach der FOW gezogen, und wie verträgt sich dein Beruf mit dem Boxen?
Ich bin bei der Bundeswehr, und zwar beim Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf bei Bremen. Ich habe mich für vier Jahre verpflichtet, und das mit dem Boxen klappt weiter hervorragend, ich werde hier fürs Training und die Turniere bestens unterstützt.
Wie gefällt es dir beim „Bund“?
Es macht mir richtig Spaß, das ist genau mein Ding. Ein Bürojob wäre nichts für mich gewesen.
Und bist du schon einmal mit dem Fallschirm abgesprungen?
Noch nicht, aber das werde ich bald.
Albert, weiter viel Erfolg und alles Gute, beruflich, privat und sportlich!

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